Kolbebasar 2010



In the world of the scenic arts, and especially in the world of dance, it becomes very difficult to re-run creations. Underlying reasons include production, obviously, but also the complexity of recovering a language that is so ephemeral and often even desappears.

This notwithstanding, in our celebration we wish to re-perform some of the company’s repertory pieces that have been especially notable. A similar case is that of Kolbebasar, first performed in Figueres in 1988 and later throughout Europe, receiving excellent critical acclaim as well as prizes such as the emblematic Grand Prix du Concours Chorégraphique de Bagnolet, (Paris, 1988).

Kolbebasar is for seven dancers. Its force of composition is such that the spectator is seduced and enthralled by the performance. The music—by Joan Saura and Xavier Maristany—and the choreography write the same score, an abstract game arising out of the living beat of the composition. Today, after more than twenty years, one still finds oneself in this dance in a fully contemporary work. Àngels Margarit will revise the piece with a list of new interpreters but with total fidelity to the original.

The name Kolbebasar is made of two words
Kolbe: George Kolbe, German sculptor one of whose carvings can be found in the German Pavilion Mies van der Rohe, in Barcelona;
Basar: market of various objects.

The choreography is as well the union of different pieces, in a sort of mobile exhibition in which each one is transformed into an outstanding object.
One solo, one duet, one quartet and one sextet which from one same motif develop different constructions are the structure on which this performance is articulated.
Textures of movements which travel or install themselves in space, reflections and symmetries, one image, one (quiet) shape which moves, the continuity of the interruption.

Kolbebasar

Direction and choreography Àngels Margarit
Dancers Fàtima Campos
Maria Campos
Natalia Jiménez
Isabel López
Roser López Espinosa
Anna Pons
Dori Sánchez
Original music Joan Saura
Xavier Maristany
Scenography Llorenç Corbella
Music performed by Joan Alavedra
Eduard Altaba
Pep Pascual
Xavier Maristany
Marc Miralta
Joan Saura
Costumes Alex Muñoz
Armanda Russell
Lighting Josep Sánchez
Sound Marc Ases
Management team Begonya Companyon
Montserrat Llabrés
David Márquez

Kobebasar 2010 is a coproduction with Mercat de les Flors, Barcelona.
with the collaboration of La Caldera.

Place and date of the premiere

Mercat de les flors (Barcelona)
5th October 2010

…i, amb una precissió de rellotgeria, ha dibuixat moviments i línies íntimament relacionades amb aquesta estructura musical. Diríeu que música i gest, o gest i música, han nascut simultàniament i que el vessant sonor i el visual són indestriables.

Joaquim Vilà i Folch, Avui – Barcelona, (Espanya), 3 març 1988

Das Sommertheater auf Kampnagel hat -endlich- einen Höhepunkt erreicht. Denn wie schon in den Jahren zuvor kohnten bisher die Favoriten zwar begeistern, ihren Theater -und Tanzauftritten fehlte zu guter Letzt aber meist der entscheidende Kick, um die Beifallstürme vollends zu entfachen. Die spanische Tanzgruppe Mudances hat exakt dies am Wochenende geschafft. Ihr Programm Kolbebasar ist ohne Fehl und Tadel: aufregend neu, verblüffend professionell und bestechend schön.

Die Künstlerinnen aus Barcelona verzichten auf ein inhaltsschweres Grundthema. Der Tanz, die Bewegung ist Oberfläche und Hintergrund der Choreografie zugleich. Deren gedanklicher Ausgangspunkt ist eine Frauenstatue des deutschen Bildhauers Georg Kolbe.

Eine Solotänzerin gibt exakte, sehr mechanische Bewegungen vor. Sie werden von ihren Kolleginnen aufgenommen und variiert. Zeitlich versetzt wiederholen sich fast bis in die Unendlichkeit die ersten Figuren. Eine getanzte musikalische Fuge mit zum Schluss gegenläufigen Bewegungen rundet sich zum Gesamtbild ab, um dann mit geändertem Ausgangspunkt einen neuen Anfang zu finden.

Erinnerungen an Schlemmers-Bauhaustänze werden geweckt. Der Basar der Kolbefiguren fasziniert durch absolut präzise Mechanik. Die Tänzrinnen erbringen dabei artistische Kunst-Stücke. In ihrer Perfektion sind sie alle austauschbar, das vielfältige Gesamtbild bleibt einmalig. Nicht umsonst hat die Choreografin von Mudances, Àngels Margarit, vor wenigen Wochen einen der wichtigsten internationalen Tanztheater-Choreografiepreise für Kolbebasar erhalten.

Kornelius Fürst, Bergedorfer Zeitung Hamburg, 30-31 juliol 1988

Il séduit, tant la gestuelle est riche, et l’exécution rigoureuse. Un spectacle aussi pensé que danse.

Jean-Pierre Pastori, 24 heures, novembre 1988

Kolbebasar, sans moyens superflus de décorum, réjouit totalment par l’intelligence de composition, le plaisir et la qualité de l’interpretation, le côté vivant de l’écriture. Jeu de structures abstraites qui composent un puzzle dynamique. Flux de mouvements qui s’échangrnt et se superposent.

Jean-Marc Adolphe, Pour la Danse (nº154) París, gener 1989

Nach der spektakulären Tanz-Oper der Gruppe “Roasa”, nach den akrobatischen Kunst-Stücken von Wim Vandekeybus, nach der öden Modern-Dance-Lektion von Karol Armitage gab es nun eine schlichtweg sensationelle Entdekkung auf der “Sommerszene” mi Stadtkino: eine Art Kammer-Tanzabend für sieben Frauen, die Truppe heisst “Mudances”, kommt aus Barcelona, ihre Szenen nennen sich “Kolbebasar”, was mi ersten Teil des Wortes auf eine Skulptur von dem Bildhauer Georg Kolbe verweist, mi zweiten Teil auf die bekannten orientalischen Ladengalerien.

Es entstehen, vor erdbraunen Kulissen, mit zwei variablen blaugrünen kubischen “Dekorations”-Elementen, ganz schlichte, unaufgeregte Lineaturen -aber was ist das für eine Spannung! So atemberaubend präzis wie mi musikalisch-klanglichen Fortgang erfindet Angels Margarit ganz individuelle choreographische “Wendungen”, die sich eine aus der anderen auf das organischste ergeben, so dass man tatsächlich, ohne es zu merken, am Ende einer Sequenz an einen anderen Punkt der Aussage angekommen ist. Nirgends wird die Musik verdoppelt, immer ganz selbstverständlich vertieft, oder, anders formuliert: Man hört mit den Augen und sieht mit den Ohren.

Nach diesem Abend ist man um eine kleine, grosse Stunde schlichtweg reicher. Sie bleibt unauslöschlich wie nur weniges in diesen lauten, lauen Zeiten in Erinnerung.

Karl Harb, Salzburger Nachrichten,Salzburg, 3 agost 1989